(c) Julia Steinbrecht/KNA

"Wollen Menschen miteinander vernetzen
und ihre Arbeit erleichtern"

Datum:
Do. 25. Juni 2026
Von:
Maike Müller-Reyes

Porträtiert

Name: Maike Müller-Reyes
Alter: 37 Jahre
Wohnort: Köln
Funktion: Redaktionsleitung edukath.de

 

Was macht Ihnen an Ihrer Tätigkeit als Leitung der Redaktion von edukath.de besonders große Freude?

In der religiösen Bildungslandschaft gibt es viele engagierte Akteurinnen und Akteure, die wertvolle Materialien, Projekte und Impulse entwickeln. Eine meiner Aufgaben, die mir besonders große Freude macht: Die Vielfalt sichtbar zu machen, zu bündeln und so aufzubereiten, dass Lehrkräfte in ganz Deutschland möglichst einfach davon profitieren.

Zudem ist im Bereich der religiösen Bildung vieles in Bewegung: von konfessioneller Kooperation über den christlichen Religionsunterricht bis zum RUfa und KathReliOnline. Diese Entwicklungen objektiv und informierend zu begleiten, liegt mir als ausgebildete Journalistin besonders am Herzen. Außerdem faszinieren mich die Menschen, die hinter den Institutionen und Ideen stehen. Es ist schön zu erleben, wie aus Kooperationen neue Perspektiven entstehen und gemeinsames Wissen dazu beitragen kann, Religionsunterricht lebendig und zeitnah zu gestalten. Wenn unser Portal edukath.de, das wir aktuell im Hintergrund entwickeln, dazu beiträgt, Menschen miteinander zu vernetzen und ihre Arbeit zu erleichtern, dann freut mich das sehr.

Wo sehen Sie die wichtigsten Herausforderungen für Ihre Tätigkeit?
Eine wichtige Herausforderung besteht darin, mit den rasanten gesellschaftlichen und digitalen Entwicklungen Schritt zu halten und gleichzeitig den Kern religiöser Bildung im Blick zu behalten. Lehrkräfte stehen heute vor der Aufgabe, Schülerinnen und Schüler in einer komplexen und vielfältigen Welt zu begleiten. Dafür brauchen sie Materialien, die fachlich fundiert, zeitgemäß und im Schulalltag praktikabel sind. Unser Anspruch ist es, genau hier Unterstützung zu bieten: aktuelle Themen aufzugreifen, neue digitale Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und dabei die großen Fragen nach Sinn, Verantwortung und Glauben nicht zu verlieren. Das KI Aachen mit Angeboten wie dem Kompass-Kanal auf YouTube ist dabei ein wichtiger Partner für uns.


Was bedeutet für Sie religiöse Bildung?
Sie ist für mich vor allem weit mehr als die Vermittlung von Wissen über Glauben und Religion. Religiöse Bildung eröffnet Räume, in denen Menschen Fragen nach Sinn, Werten, Verantwortung und ihren Platz in der Welt stellen können. Gerade in dieser Zeit, die von einer großen Vielfalt an Perspektiven geprägt ist, hilft religiöse Bildung dabei, Orientierung zu finden. Religiöse Bildung ist auch ein Instrument, unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Damit kann der Religionsunterricht zu Offenheit, Toleranz, Medien- und Demokratiebildung beitragen.
In meiner Arbeit erlebe ich zudem, wie wertvoll die Zusammenarbeit vieler Akteurinnen und Akteure aus Kirche, Schule und Gesellschaft ist. Religiöse Bildung gelingt besonders dann, wenn Wissen, Erfahrungen und gute Ideen geteilt werden.


Welche Wünsche haben Sie an das Katechetische Institut?
Zunächst wünsche ich dem Katechetischen Institut weiterhin viel Erfolg und die Offenheit, mit der es religiöse Bildung seit vielen Jahren gestaltet und entwickelt. Aus unserer Zusammenarbeit weiß ich, wie viel Fachwissen, Engagement und Kreativität dort zusammenkommt.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir den begonnenen Weg der Vernetzung und des Austausches weitergehen. Die Herausforderungen in Schule, Kirche und Gesellschaft werden nicht kleiner – umso wichtiger ist es, gute Ideen und Erfahrungen zu bündeln. Das Katechetische Institut leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Ich freue mich darauf, gemeinsam weiterhin Lehrkräfte mit Impulsen für einen zeitgemäßen Religionsunterricht zu unterstützen.


Welches Buch/welchen Film/welche Serie/welchen Podcast möchten Sie unseren Leser*innen empfehlen?
Ich bin ein großer Serienfan, weil dieses Format die Möglichkeit bietet, Figuren besonders nuanciert und nahbar zu gestalten. Aktuell schaue ich die Serie „Etty“ über die in Auschwitz ermordete Schriftstellerin Etty Hillesum. Im Mittelpunkt steht das Leben der jungen Jüdin in den von Nazideutschland besetzten Niederlanden. Die Miniserie spielt mit der Verschiebung der Handlung in eine fiktive Jetztzeit, was den spirituellen Weg, die politischen Umstände und letztlich das Schicksal der Protagonistin so – bedrückend – greifbar macht.