Als Bruder Antonius 2021 die neu geschaffene Stelle eines Fachbereichsleiters Medien im KI antrat, ahnte er nicht im Entferntesten, mit welchen zum Teil abseitigen Aufgaben er sich in den kommenden Jahren beschäftigen würde. Eigentlich war er angetreten, um seine theologische Expertise in die Bibliotheksarbeit einzubringen. Doch aufgrund verschiedenster Umstände sollte vieles anders kommen.
Bruder Antonius’ Einstieg war zunächst durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie geprägt. Es galt zu regeln, unter welchen Bedingungen Menschen die Angebote unserer Bibliotheken nutzen könnten. Die entsprechenden Bestimmungen mussten ständig angepasst und mit den staatlichen Vorgaben kompatibel gemacht werden. Eine Sisyphusarbeit. Rasch jedoch ergaben sich auch andere, spannendere Perspektiven. Denn die Lesesäle von Medienstelle und später Diözesanbibliothek sollten energetisch saniert werden - und wurden im Zuge dieser Maßnahme zugleich neu möbliert und neu gedacht. Sie sollten mehr sein als Aufbewahrungsorte für Bücher, die man bloß abholt und wieder zurückbringt. Die Medienstelle und die Diözesanbibliothek zu „dritten Orten“ zu machen – das war der ambitionierte Plan, der dem Umbau zugrunde gelegt wurde.
Neuer Veranstaltung- und Präsentationsbereich
Deshalb entstanden in unseren Bibliotheken bald ein neuer Veranstaltungs- und Präsentationsbereich und mehrere Stellen, an denen man einzeln oder in Gruppen arbeiten kann – alles in frischen Farben gehalten, die zum Verweilen einladen und selbstverständlich mit WLAN und der neuesten Medientechnik versehen. Sogar ein eigenes digital Making Place gehört seit Anfang des Jahres dazu.
Das Ergebnis, an dem wir uns heute erfreuen können, ist beeindruckend schön. Der Weg dahin war aber eine echte Herausforderung. Bruder Antonius und alle Kolleginnen und Kollegen des KI nahmen diese Herausforderung ganz selbstverständlich an und gestalteten sie kreativ und mit Blick sogar für die scheinbar kleinsten, bibliothekarisch aber fundamentalen Details umsichtig mit. Mehrere Umzüge innerhalb des Gebäudes waren dazu erforderlich, begleitet vom Lärm der Bohrmaschinen, erdbebenartig zitternden Böden, tönenden Baustellenradios – und all jenen Unwägbarkeiten, von denen jeder zu berichten weiß, der schon einmal gebaut hat.
Umzug von 200.000 Büchern
Bald kam aus dem Generalvikariat auch das lang ersehnte Signal, dass das Magazin in der Mozartstraße aufgelöst und der Bestand der Diözesanbibliothek im KI konzentriert werden könne. Der Umzug von 200.000 Büchern, begleitet von Maßnahmen zur Schimmelsanierung und Retrokatalogisierung – und sogar der Einrichtung eines neuen Suchkatalogs, war ein weiteres Großprojekt, dessen Planung und Durchführung Bruder Antonius gemeinsam mit den wissenschaftlichen Bibliothekaren, Kevin Gillich und Deborah Platzbecker, über gut drei Jahre hinweg vorantrieb. Das Erdgeschoss des KI wurde dafür nach neuesten Standards zum Bibliotheksmagazin umgebaut, inklusive eines Sondermagazins für die besonders schützenswerten Bücher aus unserem Altbestand. Auch die Struktur des Fachbereichs wurde neu geschaffen – und die Teams von Diözesanbibliothek und Medienstelle zusammengeführt. Eine beeindruckende Leistung in knapp fünf Jahren, nach denen das KI ganz anders aussieht als 2021.
Mit großer Einsatzfreude angepackt
Wir freuen uns sehr darüber, dass Bruder Antonius alle seine Aufgaben – auch diejenigen auf entlegensten Gebieten -- mit großer Einsatzfreude angepackt hat. Nun haben ihn die Benediktiner, deren Gemeinschaft er angehört, ganz ins Kloster Kornelimünster zurückgerufen. Denn auch hier gibt es jede Menge zu tun – nicht zuletzt: das klösterliche Leben vor dem Hintergrund schwindender Ressourcen strategisch neu zu denken und zu gestalten. ‚Ich habe sehr gerne im KI gearbeitet, einem wunderbaren Ort mit tollen Teams und vielen zukunftsweisenden Ideen für Pastoral, Schule und Bildung‘ – das konnte man von Bruder Antonius in den letzten Tagen des öfteren hören und merkte dabei, wie schwer ihm der Abschied fiel.
Wir wünschen ihm für seine Aufgaben in der Mönchsgemeinschaft von Kornelimünster alles Gute und begrüßen Kevin Gillich als neuen Fachbereichsleiter Medien. „Wir sind sehr froh“, sagt KI-Leiter Alexander Schüller, „dass wir mit Herrn Gillich einen äußert kompetenten und engagierten Nachfolger gefunden haben, der unser Institut seit langem von innen kennt, alle Entwicklungen der letzten Jahre mitgestaltet – und den Stab des Fachbereichsleiters deshalb gerne von Bruder Antonius übernommen hat. Er wird den Geist der Veränderung weitertragen.“