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Spielraum für bibliodramatische Elemente
in Unterricht und Katechese

Datum:
Mi. 24. Juni 2026
Von:
Maria Cremers

Wegweisend

Bibliodrama ist eine inszeniertes Begegnung zwischen biblischem Text und Personen. Im erfahrungsorientierten Handeln versucht das Bibliodrama, eine Identifikation mit dem biblischen Geschehen, den Personen, Bildern und Symbolen in Gang zu setzen. Dabei ist es kein Rollenspiel.

Grundlagen:

- Kurze narrative Texte,
- Platz für die „Inszenierung“
- und eine Leitung, die die Phasen und die Rollenrunde moderiert.
- Jeder „spielt mit“ und kann aber dabei für sich entscheiden, ob sie/er eine eher „aktive" oder „passive" Rolle wählt: Es kann ein Akteur aus dem Text, ein Tier, ein Ort, eine Pflanze oder ein Gegenstand sein. Wichtig ist nur, dass das Ausgewählte eine Funktion in der Geschichte hat (z.B. der Brunnen, an dem Rahel ihre Schafe tränkt oder das Stadttor, an dem der blinde Bartimäus sitzt, oder das Reittier vom barmherzigen Samariter...)

- In der „Rollenrunde" muss der einzelne Teilnehmende bei der Befragung durch die Leitung entscheiden, ob er / sie antwortet oder nicht. Beides ist in Ordnung.
- Gruppen bis 15 Personen sind gut geeignet. Für Unterricht und Katechese sind aus zeitlichen Gründen nur einzelne Elemente des Bibliodramas als Methode einsetzbar.


Ein möglicher Ablauf am Beispiel → Jakob trifft Rahel am Brunnen :

1. Den Text Genesis 29,1-13 hören. 

2. Gemeinsam sammeln und notieren (auf Tafel oder Flipchart oder Impulskarten):

- Wer spielt mit?  → Rahel (Hirtin), Jakob (Flüchtling, Rebekkas Sohn), Leute/Hirten aus Haran, Laban (Vater von Rahel und Onkel von Jakob), ...
- Welche Orte werden genannt? → Land im Osten, freies Feld, Sammelplatz am Brunnen / Viehtränke, Zelt / Wohnort von Rahel und Laban, ...
- Wichtige Tiere und Gegenstände? → Ziegen- und Schafherden, ein Stein (Verschluss für den Brunnen), ...

3. Spiel: (Zeitbedarf: 35 Min.)

- Orte markieren (evtl. mit Impulskarten und farbigen Seilen)
- Text noch einmal hören mit der Frage: Wer bin ich in der Geschichte?
- Jeder Teilnehmende sucht und findet mit der gewählten „Rolle“ seinen Platz im Raum.
- Partnergespräch: Jeder spricht mit einer/einem Mitspieler*in, die/der in der unmittelbaren Nähe steht: Wer bin ich? Warum diese Rolle oder Ort oder Tier oder Gegenstand? (Gehört nicht zur Vollform des Bibliodramas, sondern ist ein Zugeständnis an große Lerngruppen und den Zeittakt einer Schulstunde.)
- Rollenrunde: Die Bibliodrama-Leitung wählt drei Teilnehmende aus und befragt sie: „Wer bist du? Warum stehst du hier?“ (In der Vollform des Bibliodramas wird jeder Teilnehmende befragt.)

4. Schlussrunde / Reflexion: 

- Aus der Rolle heraus treten und an den eigenen Sitzplatz gehen.
- Was hatte ich erwartet? Was hat mich überrascht? Welche Fragen sind geblieben?

Weitere Beispiele finden Sie in der Arbeitshilfe "ReliTrio – Lernen mit KOPF – HERZ – HAND", die Sie ab Juli im Katechetischen Institut erwerben können.


Maria Cremers