„Pfeil und Bogen sagen viel über dich selbst aus.“ Diese Erfahrungen durften die Teilnehmer*innen des Oasentages am 14.03.26 im Schönstattzentrum Baesweiler machen, die sich am Vormittag unter fachkundiger und sensibler Anleitung von Frau Prof. Annette Meuthrath dem meditativen Bogenschießen widmeten. Denn bei der Bedienung des für die meisten unbekannten Gerätes wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich Menschen Herausforderungen begegnen – mit Entschlossenheit, (Selbst)Vertrauen und Mut oder doch eher mit Vorsicht, Ängstlichkeit und (Selbst)Zweifeln.
Doch unabhängig davon, ob man „Naturtalent“ war oder etwas längere Zeit benötigte, um Pfeil und Bogen gut bedienen zu können, konnten schließlich alle Teilnehmer*innen das beglückende Gefühl erleben, es „geschafft“ zu haben. Ohnehin war es nicht der Anspruch, in einen sportlichen Wettbewerb zu treten, sondern vielmehr war das Bogenschießen und das damit einhergehende „Loslassen“ der Höhepunkt durch spirituelle Impulse und Zen-Elemente eingerahmten Meditation.
Nach einem schmackhaften und reichhaltigen Mittagessen aus der Küche des Hauses bot die Referentin für Schulpastoral, Frau Alina Mielke-Handschuhmacher, einen Kreativworkshop an, der es ermöglichte über künstlerische Methoden eigene Lebensschätze und sinnstiftende Lebenselemente zu entdecken. So entstand ein Raum, bei dem die Teilnehmer*innen auch „die Seele baumeln lassen“ konnten, wenn sie zum Beispiel Mandalas malten und Schatzkisten mit Stiften und Klebematerialien herstellten. Ein Teilnehmer brachte es so auf den Punkt: „Endlich einmal die Zeit, um etwas zu tun, das nicht zweckgerichtet ist!“
Sich über Gott und die Welt austauschen
Nach dem Genuss von Kaffee und Kuchen klarte endlich auch das Wetter auf, nachdem bis dahin mitunter auch stärkerer Regen der ständige Begleiter beim Blick aus dem Fenster war. So konnte eine kleine Wanderung über die weiten Felder am Schönstattzentrum gemacht werden. Hierbei war nun noch einmal die gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich „über Gott und die Welt“ auszutauschen. Es wurde deutlich, dass das Gemeinschaftsgefühl im Laufe es Tages gewachsen war. Zum Abschluss der Wanderung und des gesamten Tages kamen die Teilnehmer*innen dann im Schönstatt-Heiligtum, dem Kapellchen auf dem Gelände des Schönstattzentrums, einer originalgetreuen Nachbildung des Urheiligtums in Vallendar-Schönstatt, zusammen. Dort wurden die verschiedenen Elemente im Innenraum in Bezug auf eigene „Unfreiheiten“ meditativ durchdacht.
Am Ende merkten sich viele Teilnehmer*innen den Termin für den Oasentag 2027 – am 17.04.27 im Benediktinerkloster Aachen-Kornelimünster – bereits vor, um wieder einen persönlichen Einkehrtag zu erleben, an den man viel über sich selbst erfahren kann – dann aber mit anderen Methoden als beim diesjährigen Oasentag, dem eine Teilnehmerin in der Evaluationsphase „volle fünf Sterne“ gab.
Axel Rüttgers