Misso-Verleihung mit Bischof Dr. Dieser

Denkwürdig

(c) Bistum Aachen/Andreas Steindl
Datum:
Fr. 13. März 2026
Von:
Alexander Schüller

45 Kolleg*innen haben am Freitag, 06. März, aus den Händen von Bischof Dr. Helmut Dieser ihre Missio canonica erhalten. Die Zahl - man überliest sie leicht: 45. Doch was ist das für eine schöne Zahl! Mehr Kolleg*innen als sonst waren diesmal zur frühjährlichen Missio-Verleihung nach Aachen gekommen. Die Überreichung der Urkunden während eines festlichen Gottesdienstes im Aachener Dom war der Höhepunkt eines Nachmittags, der in der Katholischen Hochschulgemeinde bei Kaffee, Tee und Kuchen begonnen hatte.

Aus welchen unterschiedlichen Regionen des Bistums und aus welch unterschiedlichen Schulen sich die Kolleg*innen auf den Weg in die KHG gemacht hatten – das machte das einleitende WarmUp deutlich: Die Spanne der Anfahrtszeit reichte von weniger als 10 Minuten bis zu anderthalb Stunden.
Doch ganz gleich, wie viele Kilometer die Kolleg*innen zurückgelegt hatten oder wie stressig der Vormittag in der Schule bereits gewesen war, sie alle freuten sich sehr auf das Beisammensein, das vielleicht erste Wiedersehen mit den ehemaligen Mitreferendar*innen, den Austausch. Um diesen Austausch ging es zunächst – und vor allem.
Anhand von 5 Impulsen sprachen die Kolleg*innen über ihre bisherigen Erfahrungen im Schuldienst und als Religionslehrkräfte. Dabei kam auch in diesem Jahr schnell wieder eine sehr angeregte Diskussion zustande, in der die großen berufsbiographischen Fragen aufgeworfen wurden: Was begeistert mich am Religionsunterricht? Ist der Religionsunterricht anders als die übrigen Fächer? Funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gemeinde, oder gibt es hier noch etwas zu tun? Einig waren sich alle darin, dass sich der Religionsunterricht verändern, aber nicht verschwinden wird. Er werde eine Zukunft haben, da in ihm – wie eine Kollegin meinte – gerade die Themen besprochen werden können, die von höchster gesellschaftlicher Bedeutung sind, aber sonst in der Schule oft keinen Raum erhalten wie z.B. die Frage: Welche Konsequenzen ergeben sich aus der flächendeckenden Nutzung künstlicher Intelligenz für das Menschenbild? 

Vielfältige Unterstützungsangebote
Beeindruckt zeigten sich die Kolleg*innen von den vielfältigen Unterstützungsangeboten der Abteilung „Schule und Hochschule“ und des Katechetischen Instituts und freuten sich auch über ein Geschenk mit Informationsmaterial. Nach Führungen durch den Dom und über die Dächer des Domes folgte der Gottesdienst, in dem Bischof Dr. Helmut Dieser die Kolleg*innen mit Blick auf radikalisierte politische Bewegungen unserer Zeit vor den Verführungen der vermeintlich Wissenden warnte. Sein Appell an die jungen Kolleg*innen: „Helfen Sie den jungen Menschen durch Ihren Unterricht, ihre Fähigkeit zur Kritik des allzu Einfachen zu entfalten!"
Darüber hinaus riet der Bischof den neuen Lehrkräften dazu, sich gegenüber den Schüler*innen als Menschen zu erkennen zu geben, die gerade nicht behaupten, alles zu wissen, sondern die vielmehr glauben, dass es Gott allein ist, der die Unvernunft, die Überheblichkeit und die Gewaltgeschichte des Menschen aushält und erlöst. „Helfen Sie den jungen Menschen, in Jesus die ganz andere Weisheit und Schönheit Gottes zu erkennen, die ohne Gewalt ist."

Nach dem Gottesdienst trafen sich die Empfänger*innen der Missio canonica, ihre Angehörige und Freunde, die Fachleitungen, Verbandsvertreter*innen und Vertreter*innen der Schulaufsicht im Foyer des Generalvikariates zum geselligen Ausklang eines kurzweiligen Tages, an dem – wie es sich für eine frühjährliche Missio-Verleihung gehört – die Sonne aufs Schönste erstrahlte.

Wir wünschen allen neuen Kolleg*innen eine wunderbare Zeit in und außerhalb der Schule und freuen uns bereits jetzt auf ein Wiedersehen im KI oder anderswo.

Alexander Schüller