Meditation ist auch das Einswerden mit Gott

Wunderbar

(c) KI Aachen
Datum:
Do. 4. Dez. 2025
Von:
Alexander Schmidt

Es gibt zahlreiche Definitionsversuche von Meditation, die mal weniger, mal mehr den Nerv des Ganzen treffen. Eine gute Zuspitzung ist aber diese hier: Meditation bedeutet, mit allem eins werden, mit sich selbst, mit Gott, der Welt und dem Göttlichen. Es ist weit mehr als nur Entspannung oder zur Ruhe kommen, sondern der Ansatz ist, sich der inneren Welt, der eigenen Mitte zuzuwenden; einer Welt, die ganz entgegen der lärmigen, äußeren Welt entgegensteht. Ein religiöser Hintergrund ist nicht unbedingt nötig, aber hilfreich, vor allem, wenn es um Werte wie Friede, Liebe, Nächstenliebe geht. Denn Friede und Liebe fängt beim einzelnen Menschen an. 

Aber es gibt natürlich auch einen wissenschaftlichen Ansatz. So wird in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „rabs 02/2025, Seite 8ff.“ (Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen) ein Artikel veröffentlicht, der sich mit der empirischen Studie von Klaus Kießling, wie Meditation beim Menschen wirkt bzw. wie sich die Auswirkungen wissenschaftlich nachweisen lassen, befasst. Vorhanden in der Medienstelle bei unseren aktuellen Zeitschriften.

Das Interesse an Meditation, Spiritualität ist – vor allem in der westlichen Welt – merklich angestiegen, was auch die Flut an Literatur zum Thema beweist. Doch nicht alles ist gut, manches oberflächlich, besonders wenn kommerzielle Absichten im Hintergrund bestehen. Die Medienstelle hat längst einen extra Standort zu diesem Thema gebildet. So finden sich unter der Signatur 264.8 Gebet und Meditation sowie unter 264.83 Meditationstexte, Impulskarten, Lieder oder Anleitungen, wie man selbst oder in Gruppen (zum Beispiel während Oasentagen) zu einer Meditation kommt. 

Viel braucht es eigentlich nicht: einen Teppich, eine Kerze, Blumen, Sitzkissen und möglicherweise ein kleines Tischchen, das sich in einen „Altar“ verwandeln könnte. Dies alles an einem ungestörten Ort, z.B. zu Hause. 
Unterstützend dazu gibt es in der Medienstelle den Meditationskoffer (MK 0.29, siehe Foto und Link https://ki-aachen.de/medienstelle/medienempfehlungen).

Besinnliche, ruhige Musik – ob akustisch oder elektronisch erzeugt – kann ebenfalls begünstigend wirken, dass der Mensch zu sich, zu seiner Mitte findet. Auch hier finden sich in der Medienstelle geeignete Audio-CDs wie beispielsweise „Mit Mozart die Stille finden“ (Signatur CD 6.1.105) oder meditative Gitarrenmusik „Mozart für die Seele“ (Signatur CD 6.1.102) sowie von zeitgenössischen Musikern wie Martin Buntrock, Ludger Edelkötter, Reinhard Horn usw. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Meditationsmusik sowie auch Materialien. Das ist besonders interessant für den Einstieg in den Unterricht oder zur Einführung in ein neues Thema oder schlicht das sich Besinnen im Morgenkreis.

Die Diözesanbibliothek hat selbstverständlich ebenfalls etliche Bücher zum Thema Meditation.

Zu guter Letzt noch herausgepickt das 2024 erschienene Buch von Bertram Dickerhoff „Innehalten an Grenzen - Grenzen überwinden. Eine Grundlegung der Meditation“ (Signatur Medienstelle: 264.8 Dick). Es ist interessant, weil es zum einen schildert, wie eine gelungene Meditation funktionieren kann: Meditation ist in seinem Ansatz simpel und für jeden Menschen erreichbar, wenn man sich eines „Methodenköfferchens“ – wie Dickerhoff es bezeichnet – bedient: als da wäre: „Dauer der Meditation, Atmen, Wahrnehmen statt Denken und Wollen, Entspannen und sich öffnen, die Behandlung von Gefühlen…“ (S. 88)

Raffiniertes Konzept
Die Konzeption des Buches ist raffiniert: Neben einer Einführung in die Meditation sind für jede Jahreswoche je zwei Texte zusammengetragen: ein Text aus einer der Weltreligionen und einem korrespondierenden Bibeltext, die begleitend zur Meditation als spiritueller Input gedacht sind. So kann man sich das ganze Jahr damit beschäftigen. Denn Meditation lebt von der Wiederholung und der Regelmäßigkeit.

Zum Abschluss ein Zitat aus jenem Buch, das die Verbindung zwischen christlichen Werten und Meditation nahelegt: „Sie [die Wir-Bitten des Vaterunsers] meinen, dass das Leben nicht durch immer mehr Anstrengung gelingt, sondern durch demütiges Innehalten, Sein-Lassen, was ist, und Sich-Öffnen für die Liebe Gottes. Das sollten wir uns in dieser Ära der Krisen gesagt sein lassen.“ (S. 85)

Alexander Schmidt