(c) Matthias Film

Maya’s Song

Datum:
Do. 25. Juni 2026
Von:
Margit Retterath-Offner

Sehenswert

2025, 13 Minuten (Matthias-Film): Kurzfilm von Franziska Schönenberger und Jayakrishnan Subramanian, empfohlen ab 10 Jahre, für die Klassen 5-11, Sek I+II, sowie außerschulische Bildungsarbeit und Gemeindearbeit
Der Film steht als Download auf dem Medienportal zur Verfügung.

 

Normalerweise erhält ein Film ein „Etikett“. Er wird als Spielfilm oder als Kurzfilm, als Animationsfilm oder als Dokumentarfilm bezeichnet. Maya’s Song hat drei dieser Beschreibungen erhalten. Die Länge von 13 Minuten weist ihn als klassischen Kurzfilm aus, aber er ist gleichzeitig ausgezeichnet als ein ein Dokumentarfilm und ein Animationsfilm: eine Doku-Fiction mit Animation.

Zu Beginn sitzt Maya uns gegenüber. Sie erzählt ihre Geschichte, wie es ist als dunkelhäutiges Kind in einer weißhäutigen Familie aufzuwachsen. Sie spricht über Alltagsrassismus, den sie außerhalb des sicheren Raumes ‚Familie‘ immer wieder erlebt, sie beschreibt Erlebnisse, Blicke, Kommentare, die in ihr Gefühle des Ausgegrenztseins hervorrufen. Maya blickt uns an und sagt uns mitten ins Gesicht, welche Gefühle unser Verhalten in ihr wachrufen.
Der Film ist aber weit davon entfernt, eine „Abrechnung“ mit gesellschaftlichem Verhalten zu sein. Die dokumentarischen Aufnahmen Maya’s gehen fließend in 2D-Animationen über. Gezeichnete und animierte Figuren erscheinen in einer real gefilmten Umgebung. Diese hervorragend eingesetzten filmischen Elemente bauen eine große Nähe zu Maya auf. Sie lassen uns in ihre Gefühlswelt eintauchen. Ihre Gefühle werden in vielfältige Bilder umgesetzt und lassen uns ihre Persönlichkeit begreifen. Maya zeigt uns, wie es für sie ist, seit frühster Kindheit mit ausgrenzendem Verhalten umgehen zu müssen, sobald sie den Schutzraum Familie verlässt. Dass der Film in schwarz-weiß gedreht ist, ermöglicht noch mal mehr, den Fokus auf Mayas Erleben zu legen. Maya’s Song hat einen Untertitel: Mein Platz in der Welt.
Dieser Platz ist aber nicht allein bestimmt vom Verhalten der Gesellschaft, die oft sehr stereotyp auf Mayas Anderssein reagiert. Maya hat einen Umgang mit ihrer Situation gefunden, indem sie kreativ durch das Schreiben von Texten und Musik, durch das Einsingen ihrer Songs ihre Situation Menschen nahebringt und ihre Umgebung zu einer Änderung des Verhaltens aufruft. Umfangreiches Arbeitsmaterial, darunter auch ein interaktives Modul, laden dazu ein, den Film sowohl in inhaltlicher als auch filmgestalterischer Hinsicht für eine Vertiefung der Themen Respekt, Würde, Selbstakzeptanz und Empowerment zu nutzen. Maya möchte Menschen in ähnlicher Situation dazu ermuntern, sich Selbst zu ermächtigen, selbstwirksam zu werden, so wie es ihr durch die Musik gelungen ist. Ihr klares Statement ist: „Anders sein ist nichts Schlimmes. Du kannst nicht kontrollieren, was andere Leute über dich denken oder sagen, aber du kannst kontrollieren, ob du denen die Power über dich gibst!“