Gelungene Premiere: Demokratie meets DMP

Denkwürdig

(c) Julia Kaun
Datum:
Di. 5. Mai 2026
Von:
Alexander Schüller

Demokratieerziehung ist eine Querschnittsaufgabe, die der gesamten Schule und jedem einzelnen Fach aufgegeben ist, selbst Fächern, bei denen es man zunächst nicht unbedingt erwarten würde wie Mathematik oder Sport. Deshalb waren am 16. April Lehramtsanwärter*innen unterschiedlichster Fachrichtungen, alle aus Schulen der Sekundarstufe I, im ZfsL Jülich zusammen gekommen, von Kunst über Geschichte und katholische Religion bis Mathematik, um sich gemeinsam mit dieser Querschnittsaufgabe zu befassen, deren Bearbeitung im schulischen Alltag allzu oft ins Hintertreffen zu geraten droht.

Auch die Vorbereitung dieser Veranstaltung war eine gemeinsame Angelegenheit: Sandra Schoof, Leiterin des ZfsL Jülich sowie Julia Kaun, Fachleiterin für katholische Religionslehre sowie Regionalbeauftragte des KI, hatten sich mit Alexander Schüller und Frederic Maquet zusammengetan und unter dem Titel „Demokratie meets DMP“ [DMP = Digital Making Place] ein abwechslungsreiches Programm entwickelt. „Wir als kirchliche Einrichtung unterstützen gerne jedes Projekt im Bereich schulischer Demokratieerziehung“, sagte KI-Leiter Alexander Schüller, „eben weil es sich um eine Aufgabe aller Fächer – und also auch unseres Faches – handelt.

Hohe aktuelle Brisanz
Darüber hinaus haben nicht wenige Fragen, die eine hohe aktuelle Brisanz haben, auch und gerade im Religionsunterricht ihren Ort. Ich nenne stellvertretend nur zwei: Wie gehen wir in Schule und Gesellschaft mit Antisemitismus und Rassismus um? Wie groß ist die Herausforderung, die fundamentalistische Strömungen für öffentliche Meinungsbildungsprozesse, ja die Demokratie insgesamt bedeuten? Zugleich möchten wir mit den Lehramtsanwärter*innen Möglichkeiten erkunden, wie die Geräte des Digital Making Place für die Demokratieerziehung sinnvoll und fachdidaktisch reflektiert in Einsatz kommen können und bringen da gerne unsere Expertise ein.“


Ein komplexes und authentisches Fallbeispiel
Los ging es mit einem anschaulichen Vortrag zum Beutelsbacher Konsens, in dem Julia Kaun alle wesentlichen Informationen pointiert zusammengefasst hatte. Auf dieser Grundlage beschäftigten sich die Lehramtsanwärter*innen danach in sechs Gruppen mit jeweils einem komplexen authentischen Fallbeispiel (z.B. Initiative zum Verbot des Tragens von Kopfbedeckungen auf dem Schulgelände) und erkundeten in einem Dialogsalon ihre Spielräume als Lehrkraft. Ihre Lösungsvorschläge konnten anschließend mit Hilfe des Digital Making Place gestaltet und damit greifbar gemacht werden. Mit dem Lasercutter wurden z.B. einige Verhaltensregeln als Schlüsselanhänger gestaltet. Oder es entstand mit Hilfe künstlicher Intelligenz ein Podcast, in dem die eigene Lösung diskursiv entwickelt wurde. Auch hybrid konnte gearbeitet werden. So entstand ein Schulgebäude aus Legosteinen, das mit einem Merksatz, zugeschnitten mit dem Lasercutter, versehen wurde. Was auch immer die Gruppen entwickelten – es war erstaunlich, welch tolle Produkte in so kurzer Zeit unter Anleitung unseres DMP-Experten Frederic Maquet entstanden sind. So blicken wir auf eine kurzweilige Veranstaltung zurück, die gezeigt hat, wie Kooperation um einer guten und notwendigen Sache willen gelingen kann. Am 06.05. geht es weiter, dann mit den Lehramtsanwärter*innen der Sek II. Und eine Veranstaltung für die Kolleg*innen an Förderschulen ist auch schon geplant. 

Alexander Schüller

 

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Bilder: Julia Kaun