Das Kamishibai – ursprünglich ein japanisches Erzähltheater – begeistert seit Jahren Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Geschichten werden dabei mit Bildkarten in einem kleinen „Theaterrahmen“ präsentiert und lebendig erzählt. Gerade im pädagogischen Kontext fördert diese Methode Sprachkompetenz, Kreativität und gemeinsames Lernen auf besonders anschauliche Weise.
Doch was passiert, wenn dieses bewährte Medium auf moderne Fertigungstechnologien trifft?
Im Digital Making Place der Medienstelle des Katechetischen Instituts wird genau das möglich: Ein Kamishibai im Postkartenformat, das mit Hilfe von Lasercutter und 3D-Drucker selbst hergestellt werden kann. Grundlage bildet ein Entwurf der MedienLB, der zeigt, wie sich traditionelle Erzählformen und digitale Produktion sinnvoll verbinden lassen.
Vom Entwurf zum fertigen Erzähltheater
Das Besondere: Alle Bestandteile des Mini-Kamishibai können direkt vor Ort produziert werden.
Die Holzelemente werden präzise mit dem Lasercutter zugeschnitten.
Verbindungsteile oder Halterungen entstehen im 3D-Druck.
Die Bildkarten werden im Postkartenformat gestaltet.
So entsteht ein vollständiges Erzähltheater – individuell, kreativ und erstaunlich kostengünstig. Die Materialkosten liegen bei lediglich etwa 1,50 € pro Stück. Damit eignet sich das Projekt hervorragend für Gruppenarbeiten, Workshops oder kreative Bildungsangebote.
Kreativität trifft digitale Bildung
Der eigentliche Mehrwert liegt im Zusammenspiel der Technologien: Der Digital Making Place ermöglicht nicht nur die Nutzung einzelner Geräte, sondern zeigt, wie durch ihre Kombination neue Lernformate entstehen. Von der Idee über die digitale Gestaltung bis hin zur physischen Umsetzung erleben Teilnehmende einen vollständigen kreativen Prozess.
Auch die Inhalte lassen sich flexibel gestalten: Bilderreihen für das Kamishibai können klassisch gezeichnet, fotografiert – oder mit Hilfe von KI generiert werden. So entstehen im Handumdrehen individuelle Geschichten, die genau zur jeweiligen Zielgruppe passen.
Vielfältige Einsatzszenarien
Das Kamishibai im Postkartenformat ist klein, mobil und vielseitig einsetzbar:
Kindergarten:
Erste Erzählanlässe, Sprachförderung und kreatives Gestalten eigener Geschichten. Kinder können aktiv an der Entwicklung der Bildkarten mitwirken.
Schule:
Einsatz im Deutschunterricht (Erzählkompetenz), in Religion oder Sachunterricht. Auch fächerübergreifende Projekte sind möglich – von der Storyentwicklung bis zur technischen Umsetzung.
Gemeindearbeit:
Niedrigschwellige Methode für Gruppenstunden, Andachten oder kreative Workshops. Themen lassen sich schnell visuell aufbereiten und gemeinsam reflektieren.
Seniorenarbeit:
Aktivierung von Erinnerungen durch Bildergeschichten, biografisches Erzählen oder gemeinsames Entwickeln eigener kleiner Narrative.
Ein Ort für Ideen
Der Digital Making Place versteht sich als Raum des Ausprobierens, Lernens und Gestaltens. Projekte wie das Postkarten-Kamishibai zeigen eindrucksvoll, wie digitale Werkzeuge pädagogische Arbeit bereichern können – nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel, um kreative Prozesse zu unterstützen und neue Zugänge zu schaffen.
Ob Einsteiger oder erfahrene Nutzer*innen: Der Making Place lädt dazu ein, eigene Ideen umzusetzen und innovative Bildungsformate zu entwickeln.
Neugierig geworden?
Dann besuchen Sie uns in der Medienstelle des Katechetischen Instituts und entdecken Sie, was möglich ist, wenn digitale Technik und pädagogische Kreativität zusammenkommen.
Quelle: https://www.medienlb.com/produkt/postkarten-kamishibai
Frederic Maquet