Für das Katechetische Institut war der 31. August in diesem Jahr ein besonderer Tag. Denn es war der letzte Arbeitstag von Maria Cremers und Rainer Oberthür, die beide ihre aktive Zeit als Dozentin/Dozent für Religionspädagogik beenden. Über Jahrzehnte hinweg haben Sie das KI geprägt – in gewissem Sinn ihr zweites Zuhause: Maria Cremers seit 2007 als Dozentin für Religionspädagogik an Förderschulen und Rainer Oberthür seit 1989 als Dozent für Religionspädagogik an Grundschulen.
„Mit ihren Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, innovativen Publikationen und – nicht zuletzt – ihrem Vorbild“ – so KI-Leiter Alexander Schüller – „haben Maria Cremers und Rainer Oberthür den Religionsunterricht an Förder- bzw. Grundschulen auf eine solch hervorragende Weise profiliert, dass sie weit über die Grenzen des Bistums Aachen hinaus höchste Anerkennung gefunden haben: bei Lehrer*innen, Kolleg*innen und vielen an religiöser Bildung interessierten Menschen."
In den Wochen und Tagen vor dem 31. August konnte man in den Büros der beiden immer wieder und nicht selten synchron das Rascheln von Papier hören, teilweise sogar in den Ferien. So vieles aus den Regalen musste gesichtet werden: Will ich diesen Ordner behalten? Kann diese Notiz weg? Oder soll sie archiviert werden? Ist dieses Buch für meinen Nachfolger geeignet?
Leichte und schwere Zeiten
Ein ganzes Berufsleben zog so innerhalb weniger Wochen und Tage vorbei: leichte und schwere Zeiten, Kooperationsvereinbarungen, realisierte und verworfene Ideen, Gesprächsnotizen. Bei ihren Verabschiedungen aus dem Kollegium des KI am 16.07. bzw. 04.09. berichteten sowohl Rainer Oberthür als auch Maria Cremers von ihren Erfahrungen bei dieser Sichtung und ließen, davon inspiriert, wichtige Stationen ihres Berufslebens, Erinnerungen an einschneidende Ereignisse und geschätzte Kolleg/innen Revue passieren. Die geladenen Gäste, darunter etliche Ehemalige, erfuhren da manches, was sie noch nicht gewusst oder in all den Jahren vergessen hatten, z.B. dass Maria Cremers als Kind viel lieber Jungen- als Mädchenbücher gelesen hatte, für sie ein Akt der Emanzipation. Oder dass sie später die erste Vorlesung zur Märcheninterpretation von Eugen Drewermann besucht hatte.
Oder dass sich noch etliche Schüler*innen der Grundschule Höfchensweg an den Unterricht von Rainer Oberthür in den 1980er Jahren erinnern konnten. Über Videobotschaften erzählten sie, wie inspirierend dieser Unterricht für ihre weitere Entwicklung gewesen war. Zwei schöne, authentische und auch von Wehmut geprägte Verabschiedungen, die nicht zuletzt deutlich machten, welch gute kollegiale Atmosphäre im KI herrscht – seit Jahrzehnten und bis heute. Diese kollegiale Atmosphäre ist für die Nachfolger der beiden, Eva Wackers und Frederic Maquet, das Fundament, auf dem sie aufbauen können.
Selbstverständlich waren auch sie bei den Verabschiedungen dabei und stimmten mit allen, die gekommen waren, laut ein: DANKE, MARIA und RAINER.