Ganz schön was los rund um das KI! Rückblick auf fünf tolle Lesungen

Denkwürdig

(c) KI Aachen
Datum:
Do. 4. Dez. 2025
Von:
Alexander Schüller

30.10. – Lesung mit Ulrich Woelk im KI

Am 30.10., 19.00 Uhr, durften wir einen hochkarätigen Gast im KI begrüßen: Ulrich Woelk war aus Berlin angereist, um seinen Roman „Mittsommertage“ vorzustellen, der auf spannende Weise höchst aktuelle Themen zusammenführt, die auch in Kirche und Religionsunterricht eine Rolle spielen (u.a. Umwelt- und Tierethik, Verhältnis von Theorie und Praxis, Generationenverantwortung). Im Gespräch mit Axel Schneider (Walter Hasenclever-Gesellschaft) und Alexander Schüller erläuterte Ulrich Woelk zentrale Gedanken des Romans und ging darauf ein, wie die Literatur aktuelle politische und philosophische Diskussionen bereichern kann.

(c) KI Aachen

Ein besonderes Schmankerl: der Appetizer auf seinen neuen Roman „Hellere Tage“, der im Februar 2026 erscheinen wird - erneut mit der Ethikprofessorin Ruth Lember als Hauptfigur. Diesen Roman konnte man auf dem Büchertisch der Buchhandlung „Das Worthaus“ natürlich noch nicht finden, dafür aber viele andere Bücher von Ulrich Woelk, die der Autor im Anschluss an die Veranstaltung gerne signierte. Ein kurzweiliger Abend mit neuen Perspektiven auf wichtige Gegenwarts- und Zukunftsthemen.

Am Folgetag führte Thomas Thelen, Chefredakteur der Aachener Zeitung, ein Interview mit Ulrich Woelk, das Sie hier nachhören können: https://www.youtube.com/watch?v=iPOnt-KYHUE 

 

06.11./07.11. – Lesungen mit Milena Michiko Flašar im Bestattungshaus Bakonyi und im KI

Wir sind dankbar für zwei unvergessliche Lesungen mit Milena Michiko Flašar, zunächst am 06.11. im Bestattungshaus Bakonyi. In der ausverkauften Lesung stellte Frau Flašar den Zuhörer*innen gleich drei Bücher vor, erst und vor allem ihren Roman „Oben Erde, unten Himmel“, der eine Gruppe von Leichenfundortreinigern um Herrn Sakai und Fräulein Suzu in den Mittelpunkt stellt und der an einem Ort wie dem Verabschiedungsraum eines Bestattungshauses noch einmal anders und neu zur Geltung kommt. Im Gespräch mit Alexander Schüller erläuterte Frau Flašar zwischen den einzelnen Lesepassagen verschiedene Aspekte des Romans rund um die Themen Angst und Hoffnung, Einsamkeit und Gemeinschaft. Nahtlos konnte das Gespräch von hier aus auf ihren neuen Essay „Sterben lernen auf Japanisch“ übergehen. Dabei war es besonders spannend, auch die Perspektive von Karl Steenebrügge vom Bestattungshaus Bakonyi einbeziehen zu können. Als Zugabe - nach einer regen Diskussion mit dem Publikum - las Frau Flašar zum Abschluss noch einen kurzen Abschnitt aus ihrer aktuellen Erzählsammlung „Der Hase im Mond“. Mit allen drei Büchern kam sie derart gut beim Publikum an, dass sie nach der Lesung noch fast eine Stunde lang signierte und/oder mit den Teilnehmer*innen ins Gespräch kam. Am nächsten Morgen ging es gleich weiter: Schüler*innen des Bischöflichen Pius-Gymnasiums und des Couven-Gymnasiums Aachen hatten sich im KI zu einer besonderen Lesung aus „Der Hase im Mond“ versammelt. Bei dieser Gelegenheit erfuhren sie nicht zuletzt auch einiges darüber, wie man ein*e Schriftsteller*in wird. Frau Flašars Tipps für die Jungautor*innen: Sich den Enthusiasmus des Schreibens bewahren, sich trauen, mit dem Geschriebenen an die Öffentlichkeit zu gehen und vor allem eines: Lesen, lesen, lesen.


13.11. – Lesung mit Rainer Oberthür im DomShop

Der Domshop wurde am 13.11. ab 19.00 Uhr zum Entdeckungsort. Denn Rainer Oberthür stellte seine neue Kinderbibel einem interessierten Publikum vor. Es ist bereits die zweite Kinderbibel, die er herausgegeben hat - und eine ganz besondere. Sie ermöglicht jungen und nicht mehr ganz so jungen Menschen, die Bibel neu zu entdecken. Bei der Lesung nahm Rainer Oberthür Zuhörer*innen verschiedener Generationen mit auf seine Entdeckungsreise durch die großen Erzählungen der Bibel und jene großen Fragen, die heute nicht weniger aktuell sind als damals. Im Gespräch mit Alexander Schüller erläuterte er die Grundkonzeption der Bibel anhand einzelner Beispiele (Ruth, Kain und Abel) und der grafischen Gestaltung. Das war nicht nur spannend, sondern zeigte auch, wie nachhaltig die Lektüre der neuen Kinderbibel sein kann. Denn die Schüler*innen im Publikum, die vor Monaten mit der Bibel im Unterricht gearbeitet hatten, konnten sich an vieles bestens erinnern. Beeindruckend, wie viel Spaß an der Bibelarbeit sie an diesem Abend erkennen ließen. 


18.11. – Martin Schulz spricht im KI über die Bücher seines Lebens.

Welche Bücher würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen? Das haben wir in der Premiere unseres neuen Veranstaltungsformats Martin Schulz gefragt, Präsident der Friedrich Ebert-Stiftung. Und der Koffer für die Insel wurde ganz schön schwer, gefüllt mit fünf z.T. seitenstarken, vor allem aber gewichtigen Büchern, die für Martin Schulz zu Lebensbüchern geworden sind. Darunter befanden sich Stevensons Roman „Die Schatzinsel“, den Martin Schulz bereits in jungen Jahren kennengelernt und bis heute dreizehn Mal gelesen hat. Oder John Steinbecks „Jenseits von Eden“, ein Buch, das nach Martin Schulz' Einschätzung alles enthält, was ein Buch überhaupt enthalten kann. Natürlich wurde das Gespräch ab und an auch politisch, z.B. als es um Heinrich Manns „Die Jugend und Vollendung des Königs Henri IV.“ oder um Eric Hobsbawms „Das Zeitalter der Extreme“ ging. Martin Schulz schaffte es im Gespräch mit Alexander Schüller auf beeindruckend kurzweilige Weise, von seinen Erfahrungen mit diesen Büchern zu erzählen, auch einiges über seine Lesegewohnheiten zu verraten und immer wieder deutlich zu machen, warum sie alle - nicht zuletzt Tomasi di Lampedusas „Der Leopard“ - noch heute lesenswert, ja unvermindert aktuell ist. Ein fesselndes Gespräch über die Lebensbedeutsamkeit von Büchern und ein Highlight unserer Büchereiarbeit.


Wir danken unseren Kooperationspartnern: Walter-Hasenclever-Gesellschaft, Kulturbetrieb der Stadt Aachen, Bestattungshaus Bakonyi und den Buchhandlungen Das Worthaus und DomShop.

Alexander Schüller

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